PROTAGONISTEN

Die Protagonisten und Ihr Programm

 

Freitag, 23. April ab 20.00 Uhr

Vernissage

Zur Vernissage ist DJ Ole DEINE VILLA von der Tanzhalle St. Pauli zu Gast – heimatlos geworden durch unglückliche Mietumstände. Wir gewähren der Tanzhalle Asyl und feiern mit ihr den Beginn von Wahrschau!-Vineta.

 

 

Samstag, 24. April ab 18.00 Uhr

Lange Nacht der Museen

Zur Langen Nacht der Museen haben wir Hamburger Musiker eingeladen. Drei Bands, die ganz unterschiedlich mit dem Leben, dem Aufstreben nach ganz oben, aber auch mit dem Fall und dem drohenden Untergang auseinandersetzen. Kannemann, der Liedermacher von der Waterkant, kennt das Leben als Straßenmusiker und beschreibt es in sämtlichen Facetten. Die Band Settlelight spielt leicht und besinnlich und man fühlt sich beim Erklingen der Stimme von Ines G. wohlig eingebettet. Ganz anders bei Philipp Caspar Frederick: Die Musiker bewegen sich musikalisch nah am Abgrund und zelebrieren in ihrer Performance gekonnt die Vorteile vom dekadenten Leben. Musik in allen Höhen und Tiefen.

 

19.30 Uhr “Kannemann” – Wetterfeste Balladen vom Elbestrand

Ein Hamburger Liedermacher und Strassenmusiker, geboren und aufgewachsen in der
Hansestadt. Typisch norddeutsche, ehrliche Emotionen, ziehen sich durch seine Lieder. Deftige Gitarrenakustik und Percussion unterstreichen den kantigen Charme der Texte über Liebe, Seefahrt, Humor und Sozialkritik. Seine neue CD, „Flache Wasser sind still“, wurde für den Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik nominiert, ein Titel daraus hat es bereits zum „Lied des Monats“ in der Liederbestenliste gebracht. Für sein Live-Programm holte sich Kannemann die Percussionistin Petra Schmidt ins Boot. Mit Folk-, Rock-, Chanson- und sogar Salsa-Arrangements kommt nie Langeweile auf und der einzigartige Stil des Sängers macht eines ganz deutlich: Norddeutschland hat ein neues, musikalisches Aushängeschild.

http://www.kannemann-musik.de

 

21.00 Uhr “Settlelight” - Weirdfolk? New Acoustic Movement? Folkadelic?

Die vier Bandmitglieder um Songwriterin Ines-Linn kommen aus so unterschiedlichen musikalischen Landschaften wie klassischem Orchester, Neo-Grunge, Singer-Songwriter und Britpop. Mit eingängigen Melodien und verspielten Arrangements bastelt dasKollektiv aus Hamburg-Lüneburg an einem Sound als Warnruf an Aliens, geschrieben aus Mitgefühl für Schafe. Bodenlose Melancholie trifft auf radikale Aufbruchsfantasien. Filigrane Energie auf ein stets ambivalent bewegtes Publikum. Und Jimmy so: „Sie werden heulen!“

www.myspace.com/settlelight

22.00 Uhr “Philipp Caspar Frederick” kommt mit neuer Marschrichtung als `Prägnant Nazarener ' (neues Album), ob Klavierballaden mit Jahrmarkt-Charme oder stampfender Rocksong mit gegeigten No Wave - Attiitüden, der Herr erzählt eine Geschichte, seine Band begleitet ihn.

http://www.myspace.com/philippcasparfrederick

Sonntag, 25. April um 19.30 Uhr

Metropolis

In einer überdimensionierten und technisch entfesselten Stadt namens Metropolis leben die einzelnen Gesellschaftsschichten voneinander völlig getrennt. Die Oberschicht genießt paradiesische Lebensverhältnisse und gibt sich in dem Amüsierviertel „Yoshiwara“ rauschhaften Vergnügungen hin. Im „Klub der Söhne“ lebt die junge Elite in absolutem Luxus, während die gewöhnlichen Arbeiter im Untergrund in einem Viertel unter der Stadt hausen und in Zehnstundenschichten an überdimensionalen Maschinen schuften müssen. ...

Der vom 22. Mai 1925 bis 30. Oktober 1926 von Fritz Lang mit einem großen Aufwand an Technik und Darstellern verfilmte Stoff legt großen Wert auf ästhetische Aspekte und die bildliche Inszenierung. Metropolis wird durch einen großen Aufwand an Statisten, Kulissen und durch eine beeindruckende Tricktechnik perfekt inszeniert. Neben der dystopischen Riesenstadt mit ihren Sklavenarbeitern wurden in Metropolis erstmals im Kino Roboter, Eisenbahn und Bildtelefon gezeigt. Die zwischen den Hochhäusern dahinströmenden Fahrzeuge wurden mittels Stop-Motion-Technik in Bewegung gebracht.

http://www.moviemaze.de/filme/295/metropolis.html

Springintgut entwarfen für den Film einen eigenen Soundtrack, der analoge und digitale Klänge vermischt.

Das elektro-instrumentale Musikprojekt SPRINGINTGUT von Andreas Otto (Cello, Perkussion, Live-Elektronik) in Kooperation mit Jan Drees (Gitarre, Chapman Stick, Live-Elektronik). Das Hamburger Duo spielt seit 2001 zusammen.

Für den Stummfilm-Klassiker „Metropolis“ hat das Duo sich intensiv mit den Aufgaben beschäftigt, die bei der Vertonung eines Films entstehen, bei dem sowohl die Dialoge, als auch die Hintergrundgeräusche und die komponierte Musik fehlen. Mit Mitteln der Mehrspur-Schichtung und des Samplers bearbeiten die Musiker diese drei Ebenen, einzeln oder parallel, synchron oder frei. Durch die modernen Klangästhetik nähert sich SPRINGINTGUT der futuristischen Bildgewalt von „Metropolis“ an.

http://www.myspace.com/springintgut

Montag, 26. April um 19.30 Uhr

Vineta - Ein Film von Franziska Stünkel ( D 2008)

Kann man eine Stadt entwerfen, die sicher ist und trotzdem noch menschenfreundlich?

Vineta erzählt die Geschichte des herzkranken Spitzenarchitekten und Workaholics Sebastian Färber (Peter Lohmeyer), der zu einem Geheimauftrag in eine Villa auf einer entlegenen Insel berufen wird. Dort treffen sich sechs Experten zu einem Plenum unter der Leitung des geheimnisvollen Dr. Leonard (Ulrich Matthes) und seiner Assistentin Nina Seiler (Susanne Wolff), um einen Neuentwurf der idealen Stadt von morgen zu konzipieren. Der zeitliche Rahmen ist eng, die städtebaulichen Vorstellungen prallen aufeinander. Zudem gerät Färber immer mehr in ungewöhnliche Situationen, die vermuten lassen, dass Dr. Leonhard andere Ziele verfolgt. Erst die wachsende Zuneigung zwischen Nina und Sebastian lassen die Sinne des Architekten langsam wieder erwachen.

Die Regisseurin Franziska Stünkel und Darstellerin Susanne Wolff stehen im Anschluss an den Film dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

Danach gibt die Band "Hotel Rex" mit Hauptdarsteller Peter Lohmeyer und den Musikern Günther Märtens und Nils Koppruch ein kleines Zusatzkonzert.

http://www.vineta-derfilm.de

Dienstag, 27. April um 19.30 Uhr

Untergangsliteratur

Über den Untergang von Inseln und Städten ist viel Sagenhaftes geschrieben worden. Die Schauspielerin Susanne Wolff vom Deutschen Theater Berlin wird Texte lesen, die in unterschiedlichen Facetten aufzeigen, wie z.B. Vineta oder Atlantis mit ihrem Schicksal gedeutet wurden. Klassische und moderne Literatur reichen sich hier die Hände. Unterstützt wird sie dabei von der Erzählerin Susanne Ulke. Letztere nennt sich auch „die Händlerin der Metamorphosen“, in diesem besonderen Fall wird sie das Publikum mit einer Erzählung des persischen Dichters NIZAMI hinein in den Abgrund des 12. Jhdts. führen.

Musikalisch untermalt wird der Abend von dem Duo On+brr. In seinem neuesten Musikprojekt umhüllt uns der Sänger Rodion Levin in elektronischen Wellen mit dadaistischen Klängen

Mittwoch, 28. April - "Du musst Dir mal die Sachen merken"

Untergansszenarien von und mit dem Schauspieler Felix Kramer.

Felix Kramer war bis 2009 festes Ensemblemitglied im Deutschen Schauspielhaus. Seine Ambitionen zu schrägen Theaterprojekten war dort schon erfahrbar. Seine Auftritte bei Inszenierungen von Kevin Rittberger und Studio Braun sind ganz großes Kino. Für Wahrschau! - Vineta wird er einen Ritt durch die Jahrhunderte wagen und zwischen Antlantis und Titanic sich selbst in Szene setzen.

Im Anschluss Bergfest mit FUNKSTEPPA:

Der Hamburger Bassist John Eckhardt ist viel beschäftigter Kammer- und Improvisationsmusiker. Seine Arbeit als Solist wie Ensemblemusiker (u.a. mit Ensemble Modern, Klangforum Wien, musikFabrik NRW) hat ihn auf zahlreiche internationale Festivals geführt. Im letzten Jahr erschien seine Solo-CD „Xylobiont“ auf Evan Parkers Label PSI Records
und hat internationales Aufsehen erregt.

Als FUNKSTEPPA kehrt er zu seinen Wurzeln als Funk-Bassist zurück und bringt seine Passion für basslastige Clubsounds in einem neuen Liveprojekt auf den Tanzboden. Bewaffnet mit seinem massivem E-Bass Sound macht er sich auf den Weg in ein Labyrinth knackiger, hypnotischer Breakbeats. Dabei durchquert er den Raum von Mowtown und Roots Dub bis zum zeitgenössischen britischen Clubsound. Nice up the bass!

http://www.myspace.com/funksteppa

 

Donnerstag, 29. April um 19.30 Uhr

Hamburg, Sturmflut 1962

An der deutschen Nordseeküste östlich von Bensersiel und in den Flussläufen von Elbe und Weser und ihren damals noch ungesicherten Nebenflüssen wurden hohe, vorher nicht beobachtete Wasserstände erreicht. Vor allem an den seit der Flutkatastrophe von 1953 (Hollandsturmflut) noch nicht erhöhten Deichen in diesen Flussgebieten kam es zu schweren Schäden und zahllosen Deichbrüchen, wohingegen die Seedeiche trotz schwerer Schäden bis auf wenige Ausnahmen den Fluten stand hielten.

Außergewöhnlich schwer betroffen waren die Großstädte Hamburg und Bremen. In Hamburg wurde vor allem der Stadtteil Wilhelmsburg durch Deichbrüche in Mitleidenschaft gezogen; dort starben die meisten der in Hamburg insgesamt zu beklagenden 315 Todesopfer. Als Bombengeschädigte des Zweiten Weltkrieges wohnten sie noch in einstöckigen Behelfsheimen der dortigen Kleingartengebiete.

Wir zeigen Archivaufnahmen und lassen Zeitzeugen berichten. Wir holen die Vergangenheit für einen Abend an den Ort des Geschehens zurück.

 

Freitag, 30. April um 19.30 Uhr

Tanz in den Mai

Frau Hedis Tanzkaffee tanzt bei Wahrschau! In den Mai.

http://www.frauhedi.de

 

 

 

 

Samstag, 01. Mai um 19.30 Uhr

Finissage

Zur Finissage wird sich eine Musik-Performance mit der Geschichte und dem Untergang der Insel Rungholt auseinandersetzen. Hierzu werden das bekannte U-Boot-Orchester und die Künstlerin Katrin Bethge mit einer musikalischen Lesung und einer Erzähl-Licht-Performance den Zuschauer auf die Reise ins ehemalige Rungholt entführen. Die Zuschauer gehen mit Rungholt im Lichtmeer unter.

Das Hamburger U-Boot-Orchester inszeniert Performances aus Klangkollagen, Filmprojektionen und Mummenschanz. Dabei entsteht eine Skurrilität, die das Künstlerkollektiv abhebt von einem Mainstream, in dem das Schrille zur Konvention geworden ist.

Das U-Boot-Orchester wird sich literarisch und musikalisch der Legende der Stadt Rungholt annehmen. Während das echte Rungholt ein Handelshafen an einem gut schiffbaren Fluss war und vornehmlich aus Grassoden-Häusern bestand, wurde der Reichtum Rungholts nach seinem Untergang in immer prunkvollere Beschreibungen gefasst. Noch heute erzählt man sich Wunderdinge über den Reichtum, die Größe und die Gottlosigkeit der Stadt. Besonders der dramatische Untergang Rungholts bot Stoff für eine Legende. Das lierarische Konzert wird mit einer Lichtperformance der Künstlerin Katrin Bethge untermalt. Der Mythos Rungholt wird an diesem Abend für die Zuschauer erlebbar.

http://www.katrinbethge.de